michael gutmann

sportpsychologe
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Handlungssteuerung: Konzentration finden

Top-Leistungen zu bringen heißt, eingeübte Handlungsabläufe im entscheidenden Moment in voller Präzision mit maximalem Effekt fehlerfrei abrufen zu können

Zur Einleitung und Überwachung der Steuerungsprozesse unserer Handlungen ist Konzentration nötig. Gemeint ist damit die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Wahrnehmungen, die für die Steuerung wichtig sind – und das Ausblenden von Wahrnehmungen und Gedanken, die den optimalen Ablauf der Handlung stören können. Störungen der Handlungssteuerung Störungen unserer Handlungen können sich aus dem Umfeld ergeben, zum Beispiel:

„Ich konnte mich nicht konzentrieren, weil es um mich herum so laut war.“

Entscheidend ist dabei nicht die Störung an sich, sondern die Tatsache, dass diese Störung wahrgenommen wird und die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Im Falle höchster Konzentration würden diese Ereignisse nämlich vermutlich gar nicht wahrgenommen werden. Störungen können sich aber auch aufgrund eigener Gedanken ergeben, z.B. durch Erinnerungen an vorherigen Misserfolge oder Erwartungen an das Ergebnis der Handlung, zum Beispiel:

„Ich konnte gar keinen klaren Gedanken fassen, weil ich immer an etwas anderes denken musste.“
„Weil ich dauernd Angst hatte, dass etwas schief geht, konnte ich mich nicht richtig konzentrieren.“
„Wenn ich das schaffe, dann habe ich gewonnen.“

Automatisierte Steuerung erreichen

Es gibt zwei Steuerungsmechanismen für die Steuerung von Handlungen:

  • Unwillkürliche, automatisierte Handlungssteuerung: präzise und schnell, aber nur bedingt flexibel. Notwendig für den Sport

  • Willkürliche Steuerung: flexibel und vielseitig, wichtig für den Alltag zur Anpassung an die Umwelt.

Top-Leistungen werden in der Regel mit eingeübten Handlungsabläufen vollbracht. Die Steuerung dieser eingeübten Handlungsabläufe ist automatisiert, um eine optimale Präzision zu erreichen. Automatisiert heißt, dass große Anteile der Steuerung aus dem Gefühl heraus erfolgen und unbewusst ablaufen. Dabei wirken Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und motorische Kontrolle harmonisch und reibungslos zusammen.

Eine automatisierte Handlungssteuerung nutzen wir nicht nur bei Top-Leistungen, sondern in vielen Lebensbereichen, zum Beispiel:

Wenn Fahrradfahren einmal erlernt ist, wirken Gleichgewichtssinn und die Steuerung der Lenkbewegungen harmonisch zusammen, ohne dass eine bewusste Koordinierung dieser Prozesse nötig ist.

Der große Vorteil der automatisierten Kontrolle ist deren große Präzision, zum Beispiel:

Eine randvoll gefüllte Tasse Kaffee vom Buffett zum Tisch tragen: Wer den Blick auf die Tasse richtet und bewusst versucht, seine Schritte vorsichtig zu setzen und gleichzeitig die Tasse gerade zu halten, wird vermutlich ein Überschwappen des Inhalts kaum verhindern können.
Wer dagegen die Tasse kaum beachtet und mit dem Blick auf Weg und Ziel munter drauflos marschiert, kommt möglicherweise ohne einen Tropfen zu verschütten am Tisch an.

Die letztere Strategie dieses Beispiels vertraut auf die automatisierte Steuerung der eigenen Bewegungen und belegt deren größere Präzision im Verhältnis zu einer bewusst kontrollierten Steuerung der Handlung, die natürlich dann zum Tragen kommt, wenn keine automatisierten Steuerungsprogramme vorliegen, d.h. zum Beispiel wenn völlig neue Bewegungen ausgeführt werden sollen.

Das Ziel der Konzentrationsprozesse bei angestrebten Top-Leistungen muss es deshalb sein, die eingeübte automatisierte Handlungskontrolle in Gang zu setzen, ohne dass diese durch äußere Einflüsse, durch eigene Gedanken gestört wird oder dass statt der automatisierten Kontrolle bewusste Steuerungsprozesse stattfinden.

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